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Fachwissen · 17. Oktober 2026

Woran Sie erkennen, dass eine Fuge saniert werden muss

Spröde, rissig, undicht, verfärbt, verschimmelt – die Anzeichen, was Sie selbst prüfen können und wann der Fachbetrieb ran sollte.

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Warum Fugen überhaupt kaputtgehen

Elastische Fugen sind Wartungsfugen. Sie können durch fachlich falsche Einbringung, chemische oder physikalische Einflüsse spröde, rissig und undicht werden – oder von Schimmel befallen. Das ist kein Mangel des Materials, sondern seine Natur: Ein Dichtstoff, der Bewegungen aufnehmen soll, muss weich sein, und was weich ist, altert.

Die gute Nachricht: Eine Fuge kündigt ihr Ende an. Man muss nur wissen, worauf man schaut.

Die fünf Anzeichen

Risse

Ein Riss quer durch den Dichtstoff oder längs an der Flanke ist das deutlichste Zeichen. Er entsteht, wenn die Fuge mehr Bewegung aufnehmen muss, als der Dichtstoff noch leisten kann – weil er spröde geworden ist, weil die Fuge zu schmal ist oder weil der Dichtstoff am Fugengrund haftet und dreiseitig arbeitet. Durch den Riss läuft Wasser direkt ins Bauteil.

Ablösung

Der Dichtstoff löst sich von Fliese, Wanne, Rahmen oder Beton; ein feiner Spalt entsteht. Oft sieht man es erst, wenn man mit dem Fingernagel entlangfährt. Ursache ist meist eine schlechte Haftung – fehlender Haftvermittler, feuchter oder verschmutzter Untergrund bei der Einbringung, ungeeigneter Dichtstoff für den Untergrund. Eine abgelöste Fuge ist so undicht wie eine gerissene.

Spröde oder harte Stellen

Drücken Sie vorsichtig auf die Fuge. Gibt sie nicht nach, fühlt sich hart an, bröselt oder bricht sie, hat der Dichtstoff seine Elastizität verloren. Er wird bei der nächsten Bewegung reißen. Typisch nach Jahren UV-Licht, Wärme oder chemischer Beanspruchung.

Verfärbung und Schimmel

Schwarze, graue oder rosa Flecken, die nach dem Reinigen wiederkommen, sind Schimmel oder Mikroorganismen im Dichtstoff. Oberflächlich entfernen hilft nur kurz; sitzt der Befall im Material, bleibt er. In Hygienebereichen – Küchen, Bäder, Kliniken, Lebensmittelbetriebe – ist das nicht nur unschön, sondern ein Befund.

Feuchte Stellen daneben

Dunkle Ränder am Silikon, feuchter Putz, aufgequollene Sockelleisten, Flecken unter der Dusche in der Wohnung darunter: Hier ist die Fuge längst undicht, und der Schaden ist schon unterwegs. Jetzt zählt jeder Tag.

Dazu kommen zwei Hinweise, die oft übersehen werden: Vertiefungen und Blasen in der Fuge, in denen Wasser steht statt abzulaufen, und mehrfach „nachgezogene“ Fugen – Dichtstoff auf Dichtstoff hält nicht.

Was Sie selbst prüfen können

Sie brauchen kein Werkzeug, nur gutes Licht und zehn Minuten:

  1. Sehen – Risse, Spalte, Verfärbungen, Blasen? Besonders in Ecken und an Übergängen zwischen Materialien.
  2. Fühlen – Mit dem Finger leicht drücken: elastisch oder hart? Mit dem Fingernagel an der Flanke entlang: fest oder löst sich ein Spalt?
  3. Umgebung – Feuchte Stellen, Gerüche, Flecken an angrenzenden Bauteilen?
  4. Fotografieren – Ein Foto bei Tageslicht, nah genug, dass man die Fuge erkennt, mit einem Gegenstand als Größenvergleich.

Trifft ein Anzeichen zu, ist es Zeit für eine Einschätzung. Treffen mehrere zu, ist es Zeit für die Sanierung.

Was Sie selbst machen können – und was nicht

Kleine Fugen im Bad, am Fenster innen oder an der Küchenzeile lassen sich mit dem richtigen Material und etwas Übung selbst erneuern: alte Fuge vollständig entfernen, Flanken reinigen, passenden Dichtstoff einbringen, bündig abziehen. Material und Beratung gibt es im Dichtstoffshop, das Wissen in der Fugen Akademie – siehe Selbst verfugen.

Nicht selbst machen sollten Sie Fugen, bei denen der Fachbetrieb vorgeschrieben oder sinnvoll ist. Dazu gehören Fugen in LAU-Anlagen – Tankstellen, Abfüllplätze, Auffangräume; dort dürfen nach AwSV § 45 bestimmte Arbeiten nur Fachbetriebe nach WHG ausführen. Dazu gehören Brandschutzfugen, große Fassadenfugen und alles, wo Gewährleistung oder Hygienenachweise eine Rolle spielen.

Wenn die Fuge saniert werden muss

Eine Sanierung ist mehr als „neu drüber“: Der alte Dichtstoff wird vollständig entfernt, Schimmel und Reste werden beseitigt, der Untergrund vorbereitet – dann kommt die neue Fuge mit Hinterfüllung, Haftvermittler und passendem Dichtstoff. Wie das abläuft und was Sie dafür schicken sollten, steht unter Fugensanierung. Am schnellsten geht es mit einem Foto über die Anfrage.

Und danach? Die neue Fuge ist wieder eine Wartungsfuge. Wer sie regelmäßig prüfen lässt, erlebt diesen Artikel nicht noch einmal – mehr dazu unter Fugenwartung.

Quellen

  1. Fugen Company Maier, Seite „Unsere Leistungen“ (Fugensanierung – Ursachen und Erscheinungsbild)
  2. Fugen Company Maier, Seite „Fugenwartung“ (Definition der Wartungsfuge)
  3. AwSV § 45 – Fachbetriebspflicht (externe Seite)

Autor: Fugen Company Maier · veröffentlicht 17. Oktober 2026

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