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Was da eigentlich schwarz ist
Eine schwarze Silikonfuge ist in fast allen Fällen eine verschimmelte Silikonfuge. Schimmelpilze und andere Mikroorganismen siedeln sich auf dem Dichtstoff an, sobald sie drei Dinge finden: Feuchtigkeit, die lange steht, Nahrung in Form von Seifenresten, Hautfetten und Kalkbelag, und wenig Luftbewegung – typisch für die Ecke hinter der Duschwanne oder den Übergang von Waschbecken zu Wand.
Dass gerade die Silikonfuge befallen wird und nicht die Fliese daneben, hat einen Grund: Der Dichtstoff ist weich, hat eine leicht raue Oberfläche und bleibt nach dem Duschen länger feucht als die glatte Keramik. Elastische Fugen sind Wartungsfugen. Sie können durch fachlich falsche Einbringung, chemische oder physikalische Einflüsse spröde, rissig, undicht oder von Schimmel befallen werden. Das ist kein Produktfehler, sondern die Eigenschaft eines Materials, das Bewegung aufnehmen soll.
Seltener steckt etwas anderes hinter der Verfärbung: ein grauer Schleier aus Kalk und Reinigungsmittelresten, Abfärbungen von Gummimatten oder Duschvorhängen, die lange auf der Fuge lagen, oder Ruß und Staub in Küchen und Werkstätten. Solche Beläge gehen beim Reinigen vollständig ab. Schimmel nicht.
Der einfache Test: oben drauf oder drin
Ob eine Fuge noch zu retten ist, zeigt ein Blick nach dem Reinigen. Wischen Sie die Fuge mit einem milden Haushaltsreiniger und einer weichen Bürste ab, spülen Sie nach und trocknen Sie sie. Drei Ergebnisse sind möglich:
- Die Fuge ist wieder hell und bleibt es. Es war ein Belag. Regelmäßiges Trockenwischen reicht.
- Die Fuge wird heller, aber dunkle Schatten bleiben. Der Pilz sitzt im Dichtstoff. Was Sie sehen, sind seine Pigmente im Material, nicht mehr nur auf der Oberfläche.
- Die Fuge wird kurz sauber, nach wenigen Wochen ist alles wieder schwarz. Der Befall kommt von innen oder aus einem Riss zurück.
In den Fällen zwei und drei hilft kein Reiniger mehr. Fungizide Sprays und Chlorreiniger bleichen die Oberfläche, erreichen aber den Pilz im Material nicht und greifen den Dichtstoff mit jeder Anwendung weiter an. Die Fuge wird spröder, bekommt Risse, und in den Rissen steht wieder Wasser.
Warum Schimmel auch ein Dichtheitsproblem ist
Eine verschimmelte Fuge ist selten nur unschön. Schimmel braucht Dauerfeuchte, und Dauerfeuchte bedeutet, dass Wasser dort steht, wo es nicht stehen sollte. Oft ist die Fuge an einer Stelle bereits abgelöst oder gerissen, und das Wasser läuft hinter die Wanne oder in den Wandaufbau. Schwarze Ecken sind deshalb ein Anlass, die ganze Fuge zu prüfen: Mit dem Fingernagel an der Flanke entlangfahren, auf Spalte und harte Stellen achten. Wie Sie das Schritt für Schritt machen, steht im Artikel Woran Sie erkennen, dass eine Fuge saniert werden muss.
In Hygienebereichen gilt noch mehr: In Schwimm- und Freizeitbädern, Großküchen, Krankenhäusern und Pflegeheimen oder in Reinraumproduktionen ist eine verschimmelte Fuge ein Befund, der dokumentiert und behoben werden muss. Dort ist Fugenwartung nicht Kosmetik, sondern Teil der Hygiene- und Betriebssicherheit.
Erneuern: So wird es richtig gemacht
Eine neue Fuge auf die alte zu ziehen, funktioniert nicht. Silikon haftet auf Silikon schlecht, der Schimmel bleibt unter der neuen Schicht und arbeitet sich wieder nach oben. Eine Erneuerung hat deshalb immer dieselben Schritte:
- Alte Fuge vollständig entfernen. Mit Fugenmesser oder Fugenkratzer, bis die Flanken frei sind. Reste lassen sich mit einem Silikonentferner anlösen und abreiben.
- Flanken reinigen und trocknen. Pilzreste, Seife und Kalk müssen weg; die Fuge muss wirklich trocken sein, sonst haftet der neue Dichtstoff nicht.
- Hinterfüllung bei tiefen Fugen. Eine Hinterfüllschnur verhindert, dass der Dichtstoff dreiseitig haftet und beim ersten Bewegen reißt.
- Passenden Dichtstoff wählen. Für Nassbereiche einen fungizid ausgerüsteten Sanitärsilikon, für Naturstein einen neutralen, nicht verfärbenden Dichtstoff, für Bäder und Reinräume Produkte, die für den Dauerkontakt mit Wasser oder für Hygienebereiche vorgesehen sind.
- Bündig abziehen. Der Dichtstoff schließt bündig mit der Oberkante der Fliese oder des Bauteils ab, ohne Vertiefung, in der Wasser stehen kann, und ohne dünne Ränder, die zuerst schimmeln.
- Aushärten lassen. Erst wenn der Dichtstoff vollständig vernetzt ist, darf die Dusche wieder benutzt werden. Die Zeit dafür steht auf der Kartusche.
Vorbeugen: Die Fuge trocken halten
Die wirksamste Maßnahme gegen schwarze Fugen kostet nichts: Nach dem Duschen die Fugen mit dem Abzieher oder einem Tuch trocknen und lüften. Seifenreste und Kalk regelmäßig abwischen, damit der Pilz keine Nahrung findet. Duschvorhänge und Matten nicht auf der Fuge liegen lassen. Und beim nächsten Erneuern gleich einen Dichtstoff mit Fungizid wählen, der für den Nassbereich vorgesehen ist.
Für gewerbliche Nassbereiche gilt: Die Wartungsfuge ist eine starken Einflüssen ausgesetzte Fuge, deren Dichtstoff in regelmäßigen Zeitabständen überprüft und gegebenenfalls erneuert werden muss. Wer die Fugen in Bad, Küche oder Umkleide in festen Abständen prüfen lässt, hat keine schwarzen Ecken mehr, sondern einen Termin im Kalender. Auf Wunsch geht das als Wartungsvertrag, auch außerhalb der Öffnungszeiten. Mehr dazu unter Fugenwartung.
Selbst machen oder machen lassen?
Die Silikonfuge an der heimischen Dusche oder am Waschbecken können Sie mit dem richtigen Material und etwas Übung selbst erneuern. Dichtstoff, Hinterfüllschnur, Glättmittel und Werkzeug gibt es im Dichtstoffshop, Beratung zur Materialwahl dazu. Eine Anleitung und die typischen Fehler finden Sie unter Selbst verfugen.
Den Fachbetrieb sollten Sie holen, wenn es um viele Meter geht, um Schwimmbäder, Großküchen oder Reinräume, um Naturstein, der sich nicht verfärben darf, oder wenn hinter der schwarzen Fuge bereits ein Wasserschaden steckt. Dann ist die Erneuerung Teil einer Fugensanierung mit vollständigem Rückbau, Untergrundprüfung und passendem Dichtstoff. Was wir in Nassbereichen, Bädern und Reinräumen verfugen, steht unter Silikonverfugung. Ein Foto der Fuge über die Anfrage reicht für eine erste Einschätzung.